Dostojewski und FAMILIE

 

Die Großeltern

 

  

Die Eltern

Michail Andrejewitsch Dostojewskij (1789 - 1839)
Dostojewskis Vater führt
e ein unerbittliches Regime innerhalb der Familie. Er war despotisch und zunehmend unberechenbarer. Die Kinder fürchteten ihn. Er stammte aus einer Familie eines Geistlichen, lernte in einem Priesterseminar und studierte dann an der Medizinisch-Chirurgischen Akademie in Moskau. Obwohl seine medizinische Karriere erfolgreich war, verbitterte ihn der hoffnungslose Betrieb im Armenspital. Man geht auch davon aus, dass er unter nervösen Störungen litt, was oft zu schlechter Laune, Niedergeschlagenheit und intensivem Alkoholkonsum führte.
Er war auch ausgesprochen eifersüchtig und herrschsüchtig. Seine Eifersucht führte soweit, dass er die Vaterschaft eines seiner Kinder gegenüber seiner Frau in Frage stellte und seiner Frau schwerste und absurde Vorwürfe machte.    
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Hrsg. Hitzer, Dostojewski - Gesammelte Briefe, Piper

Dank der Griesgrämigkeit des Vaters lernte die große Familie fast überhaupt kein gesellschaftliches Leben kennen. (. . .) Bibellesen war obligat, ebenso die Lektüre Karamsins patriotischer „Geschichte des Russischen Reiches“. Weiterhin wurden ihm als 6 bis 7 Jährigen gotische Schauerromane von Ann Radcliff vorgelesen.
Lavrin, Janko; Dostojewskij, Rowohlt Verlag Hamburg, 1998 S. 8

 


Maria Fjodorowna, geb. Netschajewa (1800 - 1837)
Dostojewski war durch seine Mutter sehr religiös beeinflusst. Sie unterhielt ihn oft mit Geschichten des alten und neuen Testaments.
Sie war überaus liebevoll, warmherzig und stets um das Wohl ihrer Kinder bemüht. Das führte nicht selten zu massiven Spannungen zwischen den Eltern. Dostojewskis Bruder Andrej schildert sie als eine Frau von außerordentlicher Güte, klugem Verstand und künstlerischer, besonders musikalischer Begabung. Für die Kinder war sie, wegen dem strengen Vater Trost und Zuflucht.
Hrsg. Hitzer, Dostojewski - Gesammelte Briefe, Piper

 

 

 
Seine Geschwister

Michail Andrej Michailowitsch Dostojewski (1820-1864)
Dostojewskis Lieblingsbruder, zu dem er ein herzliches Verhältnis hatte, vor allem durch die gleichen literarischen Interessen. Sie waren Herausgeber der Zeitschriften "Die Zeit" und die "Epoche".

 

 


Warwara Michailowna Dostojewskaja (1822-1893)
Sie heiratete  mit 17 Jahren den 44 jährigen Leiter eine Militärkanzlei Karepin, der nach dem Tod des Vaters der Vormund der Dostojewskis wurde. D. mochte Karepin nicht und hatte kaum Kontakt zu seiner Schwester. Sie wurde 1893 von Räubern erschlagen.
Ebenda


Andrej Michailowitsch Dostojewski (1825 - 1897)
Ingenieur; Dostojewski konstatiert in den Beziehungen zu seinem Bruder Andrej eine gewisse „Kühle“. Im Gegensatz zu Fjodor galt er als ausgeglichen. Er führte als einziger der Brüder ein geregeltes bürgerliches Leben. Im Leben von Fjodor spielt er kaum eine Rolle.



Wera Michailowna Dostojewskaja (1829 - ca. 1895)
Sie war Dostojewskis Lieblingsschwester und mit einem Arzt verheiratet. Mit ihrer Tochter korrespondierte er ausführlich.

Nikolai Michailowitsch Dostojewski (1831-1883)
Jüngster Bruder Dostojewskis, Ingenieur und Architekt; arbeitete erst in Reval dann Petersburg, hatte aber seit Anfang der sechziger Jahre keine Anstellung, da er unter der Trunksucht litt. Dostojewski begegnete ihm stets mit besonderer Liebe, half ihm ständig, da er fast sein ganzes Leben in Armut verbrachte.
Ebenda

Alexandra Michailowna Dostojewskaja (1835-1889)
Sie war die jüngste Schwester Dostojewskis und zweimal verheiratet. Die Beziehungen zwischen Dostojewski und ihr waren kühler als zu den anderen Familienmitgliedern. Zu ihrer Geburt hatte Dostojewski sein zu Hause bereits verlassen und nach dem Tod des Vaters wuchs sie außerhalb der Familie auf.
S. 633 ff  „F. M. Dostojewskij; Gesammelte Briefe 1833 - 1881“ F. Hitzer Hrsg.; Piper Verlag München, 1966



Seine erste Ehefrau

Maria Dmitrijewna Issajewna  (1828– 1864)
Maria  Dmitrijewna war eine schmale, blasse Blondine, schwindsüchtig und heißblütig – aufbrausend, hysterisch und launisch.
Kjeetsa, Geir; Dostojewskij, Sträfling - Spieler – Dichterfürst, Verlags KG Wiesbaden, 1985 S. 153

Vormals war sie verheiratet mit einem starken Trinker. Dostojewski war Nachhilfelehrer deren beider Sohn. Nachdem dieser am Alkohol zugrunde gegangen war, hielt Dostojewski sofort um ihre Hand an. Bereits vor dem Tod waren sie sich näher gekommen. Es bestand weiterhin noch eine Liaison zu einem Liebhaber. Diesen wollte sie nicht aufgeben und tat es auch unverhohlen lange Zeit nach ihrer Heirat mit Dostojewski nicht; mit dem Wissen von Dostojewski darum.  Auch willigte sie zur Heirat erst ein, als sicher war, dass Dostojewski befördert werde.
Sie starb im 1864 an Tuberkulose. 
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Sein Stiefsohn aus erster Ehe

Pawel Alexandrowitsch Issajew (1846 - 1900)
Auch Pascha genannt, Dostojewskis Stiefsohn, den er liebte und sich in jeder Hinsicht kümmerte. Dank seiner Beziehungen verhalf er ihm zu verschiedenen Anstellungen, die Pascha indessen stets bald wieder aufgab. Er war unausgeglichen, ohne Vorbildung und Disziplin. In den 70er Jahren verschlechterten sich die Beziehungen zwischen ihnen: Anna Grigorjewna konnte Pascha nicht leiden. Sie sahen sich dann so gut wie nicht mehr. 
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S. 31 ff „Dostojewskij“ Janko Lavrin; Rowohlt Verlag Hamburg, 1998

 


Seine zweite Ehefrau

Anna Grigorjewna Snitkina (1846-1918)
Sie war in einer kultivierten Beamtenfamilie groß geworden, hatte am deutschsprachigen St. Annen-Gymnasium (was ihr in Deutschland sehr nützlich sein sollte) sowie am ersten Mädchengymnasium in St. Petersburg gelernt, um dann Pädagogische Kurse zu besuchen. Aber sie musste, um ihren todkranken Vater zu pflegen, diese Ausbildung abbrechen.
Sie belegte dann kostenlose Stenographiekurse, hatte zu Übungszwecken eine dreimonatige Privatkorrespondenz in Stenographie mit ihrem Lehrer und konnte Dostojewski als erstklassige Kraft empfohlen werden.

Sie verstarb nach einer schweren Malaria in Jalta und wurde auf der Krim beerdigt. Ihr testamentarischer Wunsch, auf dem Alexander - Newski - Friedhof in Petersburg an der Seite ihres Mannes beigesetzt zu werden, konnte erst 1968, dank der Bemühungen ihres Enkels Andrej Fjodorowitsch verwirklicht werden. 
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Seine Kinder aus zweiter Ehe

Sonja Fjodorowna Dostojewskaja (5. März 1868 –  24. Mai 1868)


Ljubow Fjodorowna Dostojewskaja (1869 – 1926)
Ljubow Fjodorowna wurde Schriftstellerin, erreichte aber keine größere künstlerische Wirkung. 1913 fuhr sie wie gewöhnlich zur Kur ins Ausland und kehrte nicht mehr nach Russland zurück. Im Ausland arbeitete sie als Schriftstellerin und gab in deutscher Sprache unter dem Namen Aimeè 1920 in München das Buch „Dostojewski geschildert von seiner Tochter“ heraus, das zwar einiges interessantes Faktenmaterial, aber auch unzuverlässige Behauptungen enthält. Sie starb 1926 in Tirol. 
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Fjodor Fjodorowitsch Dostojewski   (1871 - 1921)
Der Sohn Fjodor absolvierte das Studium in Petersburg und studierte danach Jura und Naturwissenschaften. Später wurde er ein bekannter Pferdezüchter und unterhielt in Petersburg einen Rennstall.
Nach der Revolution veränderte sich sein Leben dramatisch. In seinen letzten Lebensjahren arbeitete er im Dostojewski-Museum. Nach Aussagen von Zeitgenossen, lebte er in elendigen Verhältnissen und starb 1921 an Unterleibstyphus. Höchstwahrscheinlich ist er auf dem Wagankowski-Friedohof beerdigt worden.
 Hrsg. Hitzer, Dostojewski - Gesammelte Briefe, Piper

 

Aljoscha Fjodorowitsch Dostojewski  (1875 – 1878)
Er starb in Folge eines epileptischen Anfalls. Dieser Umstand quälte Dostojewski besonders. Seine Frau berichtet, dass er Ljescha beinahe krampfhaft geliebt habe, als hätte er eine Vorahnung gehabt, dass er ihn bald verlieren würde.
Hrsg. Hitzer, Dostojewski - Gesammelte Briefe, Piper
 

 

Im Laufe dieses Jahres wird diese Seite umziehen. Die neue Adresse lautet dann: www.dostojewski.eu

 

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